Jugendkunstwerkstatt

Workshop


Thema: Großformatige Holzschnitte
Künstler: Jan Schröder

Ich beabsichtige, großformatige Holzschnitte herzustellen etwa in den Maßen von über einem Quadratmeter, 102 x 130 cm, 100 x 120 cm und mehr.
An einer solch großen Fläche zu arbeiten, zu schneiden, einzufärben und zu drucken bedarf es besonderer Maschinerie. Schon wegen der schieren Größe des Druckstocks wird der Schnitt nicht mit dem Messer sondern gleich mit der Flex und der Druck nicht mehr mit Handabrieb sondern mit einer Straßenwalze durchgeführt.
Die Technik des Holzschnitts ist insbesondere durch den Expressionismus wieder aktuell geworden und hat seine Aktualität seither nicht mehr verloren. Gerade die Technik - starke, eindeutige gegeneinander abgegrenzte Farbfelder - führt oftmals zu bildnerischen Ergebnissen von heftiger, weil emotional aufgeladener Expressivität. Und das ist eine gute Voraussetzung, sich dem Thema Heimat zu nähern.
In diesem Begriff sind allerlei Ambivalenzen versammelt: Ist sie der Ort, an dem man zuhause ist? Ist es das soziale Umfeld, in dem man sich geborgen fühlt? Ist es der Ort, den man verloren hat? Ist es der Ort, seine Identität zu definieren? Sind es die Menschen, in deren Kreis der Satz gilt „hier bin ich Mensch, hier darf ich sein“?
Diese Erfahrung von Nähe und diese Erfahrung von Entfremdung, Ferne und Sehnsucht bildet die Bandbreite der bildnerischen Darstellung innerhalb dieses Themas ab.


Thema: -
Künstler: Christian Schultz

Heimatgefühle, -orte, -objekte oder -personen sowie -situationen prägten wohl oftmals unsere frühesten Zeichnungen und Gekritzel. Gefühle der Geborgenheit ließen sich schnell in Kreatives umwandeln. Dies stellt den Beginn unserer individuellen kreativen Heimatgeschichte dar, welche wir uns selbst mit dem Stift zeichnerisch dokumentiert haben.

Von Erinnerungsfragmenten hin zu Zukunftsbildern. Ein Grund für die Veränderung unserer individuellen Heimatgeschichte sind meist wir selbst. Diese wächst mit uns – mit Fragmenten von Heimat, die durch Veränderungen und Wandel ergänzt werden: die erste eigene Wohnung oder die erste Pflanze, die man sich dafür kauft. Wir werden mithilfe zeichnerischer Mittel die Heimat-Fragmente in unserem Leben aufgreifen und uns so mit unserem individuellen wandelbaren Bild der Heimat auseinandersetzen. Fragmente und Einzelbilder aus unserer Wahrnehmung und Erinnerung picken wir heraus und verwenden diese als Grundlage einer Collage. Von Erinnerungsbildern wie der z. B. der kuriosesten gebauten Höhle oder dem damaligen Lieblingskuscheltier bis zu Zukunftswünschen, -kritik oder auch -angst lassen wir uns leiten. Mit solchen losgelösten Einzelbildern wird die Collage den gezeichneten zweidimensionalen Rahmen eines Blatt Papieres auch gerne sprengen können, so dass wir unsere Heimatbilder auch auf transparente und transluzente Zeichengründe wiederfinden können und unsere Zeichnungen auf experimenteller Art interagieren.

Zeichnerische Techniken sollen unser unterstützendes Mittel bei der Entwicklung unserer eigenen Heimatstory sein. So vielschichtig wie unsere Gefühle, Erinnerungen und Momente sind, so summieren wir auch unsere entstehenden Bilder. Unsere Zeichnungen sollen somit eine gewisse Transparenz zu der eigenen Heimat von Gestern, Heute und Morgen darstellen.


Thema: -
Künstler: Anna Irma Hilfrich

Das Wort Poesie stammt vom griechischen poiesis, also >>Tun, Herstellung, Schöpfung<<. Ein Poetry-Clip nutz Bild und Ton, um Eure Heimaterfahrungen auszuformen und einem Publikum Deutungsräume zu eröffnen.

Drei Tage werden wir dem Wort Heimat in unserer Filmwerkstatt mit Kamera und Diktiergerät nachgehen. In einem ausgiebigen Brainmapping schütteln wir unsere Gedanken in die Runde, diskutieren, spüren Assoziationen nach. Gemeinsam filtern wir die uns interessant erscheinenden Faktoren heraus und erarbeiten eine filmische Übersetzung: Was passiert auf der Bild- und was auf der Tonebene? Wie denke ich die beiden Ebenen zusammen? Wie ergänzen sie sich? Wie lässt sich ein Geruch audiovisuell erzählen? Wie inszeniere ich eine Geste? Wie kann ich mit Text spielen? Wie klingt morgen? Können wir Heimat abseits des Vorgeframten denken und ins Bild setzen?

Zur Inspiration schauen wir uns verschiedene Techniken an, die besonders mit der wichtigsten Dimension des Films spielen: der Zeit. Sei es direkt beim Drehen, wenn wir z.B. mit Pixilation (einer StopMotionTechnik) arbeiten oder bei der Montage, wenn wir nachträglich an den Zeitwerten drehen.

Ich freue mich schon jetzt auf Eure experimentierfreudigen Heimatfilme ;)!


Thema: Erkundung der eigenen Mauern in Bezug zu Heimat.
Künstler: Johanna Bendler

Wir werden einen begehbaren Mutterleib bauen und diesen mit Graffiti und Stencils gestalten. Die Verbindungen zwischen dem Element des Mutterleibes und Graffiti im gesellschaftlichen Kontext sind ambivalent. Dem Thema nähern wir uns von den verschiedenen Aspekten „gestern“, „heute“ und „morgen“:

Die Heimat „gestern“ von jedem einzelnen Menschen auf dieser Welt ist der Mutterleib. Mithilfe einer Konstruktion aus Holz werden wir einen begehbaren Leib am ersten Tag erschaffen. Die äußere Oberfläche der Konstruktion gibt Raum für die bildliche Darstellung unserer Ideen, Gedanken und Gefühle zu unserem ganz persönlichen Eindruck zum Thema Heimat „heute“ und „morgen“. Die Heimat „heute“ lässt Fragen zu wie: „Welches Leben möchte ich führen?“ oder: „Wofür setze ich mich ein?“. Heimat „morgen“ beschäftigt sich mit Aspekten wie: „Was bleibt, wenn wir gehen?“ oder „Die Welt wird noch von mir hören.“

Graffiti wird unser Medium sein, mithilfe dessen wir den gesellschaftlichen Kontext des Faktor Heimat aufgreifen. Auf der ganzen Welt gibt es den Ursprung territorial im Lebensraum die eigene Heimat 'hood' persönlich zu markieren. Für den Schaffenden ist es eine Inszenierung des Zeichens von Abgrenzung und Anerkennung und somit auch die Gestaltung einer eigenen Heimat. Es ist der Ausdruck von "Wortlosen". Außerdem als Zeichen von Protest - oft auf Mauern, die ganze Länder teilen - bietet es hier den Platz für den Schrei nach Frieden. Es entsteht ein gewaltloser Widerstand. Zum anderen ist es auch eins der vier Elemente der weltweiten Gemeinschaft der Hip-Hop Kultur. Dadurch entsteht Verbindung, Schauplatz und Austausch von Heimat. Ein Spiegel von Gesellschaften und ihren gesellschaftlichen Sozialisationen und Konflikten. Man kann es als Werkzeug von Verständigung ansehen. Diesem wollen wir uns für unsere Gestaltung bedienen. Die weitgreifenden Perspektiven zu Heimat möchten wir nutzen, um die eigenen Mauern zu unserer Beziehung zu Heimat zu erkunden.

Das Licht, welches durch unsere Konstruktion hineinstrahlt, transportiert unsere Werke in den Innenraum des Leibes. Diese werden nur schemenhaft zu erahnen sein. Der wohlige Innenraum wird den Mutterleib nachempfinden und den Betrachter zu der Frage anregen, was die eigentlich wichtigen Dinge unseres Lebens und Daseins sind. Als Inspiration werden uns Szenen aus „Der Mann, der Bäume pflanzte“ oder „Amadeus“ dienen.

"Vom Mutterleib bis ins Grab... ne gute Zeit gehabt.“ - Max Herre, Freundeskreis, „Die Quadratur des Kreises“.


Thema: Heimat - gestern, heute, morgen
Künstler: Heike Gaebler

...zeigt sich in vielerlei Gewändern, mal verstaubt, altbacken und einengend, mal warm, kuschelig, umhüllend und geborgen.
 Fügt man den Aspekt " Mode" hinzu, entstehen direkt Bilder im Kopf, meist das von einem Dirndl, einem Sari oder einem Kimono.
Im GESTERN, als die Welt noch groß war und die Entfernungen weit, wurde Heimat oft über Kleidung dargestellt. Man erkannte an der Kleidung sofort, woher jemand stammte, wo seine Heimat war. Im HEUTE, durch Globalisierung und Individualität, zeigt sich Heimat in der Kleidung mehr in dem sich zugehörig fühlen zu einer bestimmten Gruppe. Die Textzeile aus einem bekannten Song unterstreicht das: "Heimat ist da wo meine Freunde sind." Das sind z.B. die Hip-Hopper, die Nerds, die Hippies, die Anzugträger, die Punks, die Cosplayer.
Und MORGEN? Tja, vielleicht drückt sich Heimat dann in Sicherheit aus, z.B. durch bestimmte Schutzkleidung. Oder Symbolisiert die Erde als großen Heimathafen. Oder... wir werden es gemeinsam erarbeiten.
Ich möchte euch unterstützen, Mode zu kreieren und zu fertigen, die alle drei Faktoren des Themas Heimat beinhaltet:  die Tracht und Tradition, die coolen Szene-Outfits und die schillernde Futur-Fantasie... alles in einem tragbaren Kleidungsstück. Ich bin gespannt, wo das hinführt und freue mich auf euch!