Jugendkunstwerkstatt

Workshop


Thema: Johnny Depp gegen Goliath oder David in Pirates of the Caribbean
Künstler: Mirjam Wingender

Helden aus Erzählungen beeindrucken häufig durch ihre Stärke. In antiken Skulpturen erscheinen Helden in nahezu perfekter körperlicher Konstitution, Heilige bestechen durch ihre guten Taten und ihre Frömmigkeit. Vorbilder der heutigen Zeit hingegen beeindrucken durch ihre Willenskraft oder ihren Ideenreichtum. Nicht selten sind es Menschen, die sich gegen etwas auflehnen und den Mut zeigen ihre Meinung zu äußern. Im Workshop soll die veraltete Vorstellung von Heldentum mit der heutigen Sichtweise eines Helden bildnerisch verbunden werden. Wo zeigen sich Attribute von Helden vergangener Tage in den Taten heutiger prominenter Persönlichkeiten (z.B. David gegen Goliath/Edward Snowden; Gladiatoren/Fußballprofis)? Als Einstieg in den gestalterischen Prozess dient die Frage wie heldenhafte Attribute, wie Macht, Stärke oder sogar Willenskraft bildnerisch dargestellt werden können. Ein künstlerisches Mittel, um Heroismus darzustellen, ist die Körperhaltung der Figur, deren Darstellung Grundlagen der figürlichen Zeichnung voraussetzt. Indem die Teilnehmer selbst heldenhafte Posen einnehmen und füreinander Modell stehen, entwickeln sie ein Gespür für Proportionen und Dynamik. Der Fokus der malerischen Umsetzung ist die Übertragung der Heldenpose auf einen Helden der heutigen oder vergangenen Zeit. Haben die Teilnehmer Heldenposen vergangener Tage gezeichnet, gilt es nun ihnen moderne Züge zu verleihen oder umgekehrt. Fotos und Bildausschnitte dienen als Vorlage für die Malerei oder sogar als Collageelement in dem entstehenden Werken. Ferner sind Schriftzüge (Schablonenschrift, eigene Handschrift) und Texte (z.B. Songtextauszüge) unterstützende Mittel, wobei die Herausforderung darin besteht Bild und Text in einen harmonischen Einklang zu bringen.

Die Teilnehmer werden gebeten Bildausschnitte und Zeitschriften/Magazine zum Thema mitzubringen!


Thema:
Künstler: Kazem Heydari

Bilder von oder über Helden, die eine verfahrene Situation in Griff bekommen, sich für eine Sache aufopfern oder Taten von außergewöhnlichem Ausmaß vollbrachten, waren Bestandteil der Kunstgeschichte. Jede Staatsform, Religion oder Ideologie hat ihre eigenen Protagonisten und damit für sich Geschichtsbilder erfunden. Am Ende wurden die Helden verewigt. Sie sind Erbe der vorherigen Jahrhunderte und spiegelten die Bedürfnisse, Träume und Geschmäcker der vorherigen Generationen. Aber was ist mit uns, wollen wir diese Helden haben? Wo bleibt die Einzigartigkeit jedes einzelnen Menschen? Brauchen wir übermenschliche Kräfte, die uns hüten? Sind die Helden die Guten und die anderen die Bösen? Sind die Guten so Schwach, dass sie ohne Helden nicht überlebensfähig sind? Sind die Bösen in Wirklichkeit so stark, dass wir nur von Guten träumen? … Ist das alles zu Ernst? Vielleicht sollen die Helden hauptsächlich unterhaltsam, sexy und cool sein. Jede/er Teilnehmer/in des Workshops soll am ersten Abend seine persönliche Meinung, Geschichte, Erzählung oder Darstellungsweise schriftlich äußern oder mitbringen. Dieser Text wird wie eine persönliche Skizze angenommen und danach wird der malerische Prozess anhand dieses Textes entwickelt.

Die Teilnehmer/in können Fotos von ihren Helden, Nachbarn, Freunde, Politiker, Sportler, Mörder, Schauspieler, Kunstobjekten oder Fotos, die eine gewünschte Situation, Beruf oder eine Tätigkeit darstellen, mitbringen.


Thema: „Die Legende vom Glück “
Künstler: Philip Brüderle

Unabhängig von Alter, Herkunft und allgemeiner Prägung, jeder wünscht sich sein ganz persönliches Glück. In der Erinnerung, was war Glück für mich in der Kindheit, als Teenager? Was bedeutet es jetzt für mich und was wünsche ich mir in der Zukunft. Das Glück ist allgegenwärtig und doch so ungreifbar. Manchmal hält es nur für einen Augenblick, doch wir hoffen auf mehr. Es kann sich überall verstecken, unerreichbar sein und doch so nah und überall.
Die Geschichten der Menschen sind so einzigartig und doch gleichen wir uns so sehr bei unserem Hoffen im Leben Glück zu haben.
Ich möchte meinen Workshop-TeilnehmerInnen die Möglichkeit bieten, sich mit diesen so einfachen und gleichzeitig so komplizierten Fragen auseinanderzusetzen und sie fotografisch umzusetzen. In Zweiergruppen sollen angeregte Gespräche stattfinden, ein Austausch über das, was Glück für den Einzelnen bedeutet. Wo, wenn nicht in den Augen und den Gesichtern der Menschen spiegelt sich die Seele, das Glück oder auch das Unglück?! In den kleinen Gruppen soll sich ein Gespür für Menschen und Ihre Geschichten einstellen. Ist diese „Verbindung“ hergestellt, so wurde ein Raum für ein Portrait geschaffen, das im zweiten Schritt dann gegenseitig fotografiert und somit festgehalten wird.
Für mich, in meiner fotografischen und künstlerischen Arbeit, war und ist das Portrait die Essenz der Fotografie. Kein anderes Sujet ist so leicht zu erfassen und doch so anspruchsvoll. Es erfordert viel von einem Fotografen ein gutes Portrait zu „schießen“. Kamera und Technik werden zweitrangig, vielleicht schüchtern sie das Gegenüber sogar ein. Wichtiger ist das Fühlen des Gegenübers, die Herstellung einer Verbindung, das Schaffen von Vertrauen. Auf diese Weise besteht eine Chance die Persönlichkeit des Portraitierten auf dem Bild zu zeigen.


Künstler: Matthias Kuhn

Der Audio-Workshop befasst sich mit dem Hörspiel. beschäftigen und mit Einfachen Aufnahme- und Schneidetechniken werden thematisiert und ein gemeinsames Hörspiel produziert. Anders als beim Film stehen hier andere Möglichkeiten des Erzählens und Zeigens im Vordergrund. Protagonisten und Kulissen entstehen, ohne Schminke und langen Anreisen. Das „Kopfkino“ zu erschaffen ist nicht ganz einfach: Orte und Emotionen müssen hörbar gemacht werden. Am Anfang der Produktion stehen zunächst die Entwicklung des Hörspiel-Skripts und das Schreiben des Drehbuchs. Die zu vertonende Geschichte, muss so aufgeschrieben werden, dass sie nachher bei den Aufnahmen auch gut funktioniert. Bei den Aufnahmen ist es dann wichtig mit den eigenen Worten Stimmung zu erzeugen, die Orte zu beschreiben und Spannung aufzubauen, wobei hierfür vor allem zwei Dinge entscheidend sind: Der Klang der Stimme und die „schauspielerische“ Leistung der Sprecher. Nach dem Schnitt muss noch die Stimmung und die Atmosphäre erzeugt werden. Das wird mit selbst erzeugten Geräuschen oder Musik geschehen. Wenn ihr schon immer mal euer eigenes Hörspiel produzieren wolltet und kreativ und experimentierfreudig seid, dann seid ihr in diesem Workshop genau richtig. Um etwas Zeit zu sparen, wäre es sicherlich von Vorteil, wenn ihr euch im Vorfeld schon mal Gedanken darüber macht, wie eine kurze Geschichte, passend zum Thema, aussehen könnte. Da eine Hörspiel-Produktion sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, sollte diese allerdings nicht zu lang sein.


Thema: Helden von Heute - Das Glück liegt in der Hand jedes Einzelnen
Künstler: Katja Pudor

Das Thema des diesjährigen Kunstcamps „Die Legende vom Glück“ lädt euch ein, euren Gedanken zu diesem Thema eine Gestalt zu geben: Ist Glück nur eine Legende? Oder kann man das Glück „finden“? Wie kann ich selbst dazu beitragen, das Glück real wird!

Gerade in Zeiten sozialer Umwälzungen oder persönlicher Krisen entsteht ein starkes Bedürfnis nach Helden. Helden sind Männer und Frauen, die für Andere große Taten vollbringen und dabei ihr Leben wagen. Aber unzählige Menschen leisten im Verborgenen Großes: Die 3-tägige intensive bildnerische Auseinandersetzung mit euren persönlichen Helden soll auch anregen, sich kritisch mit Vorbildern und Leitfiguren auseinanderzusetzen: Was ist ein Held/eine Heldin? Wer ist ein Held/eine Heldin?

Die Installation, ein raumgreifendes, ortsspezifisches dreidimensionales Kunstwerk, verflechtet, ähnlich wie bei der Komposition (lat. componere ‚zusammenfügen‘), vorhandenes Material (wie Dachlatten, Pappe, Juteseil, Stoff, Farbe, Papier, Gaffaband), Raumgrenzen und Atmosphären zu einem poetischen Vokabular abstrakter Formen: Figuratives aus Verpackungsresten, eine riesige Zeichnung aus Tape und Kohle, daneben eine begehbare Collage aus Holz und Papier: Euren Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Ihr entscheidet, welche Themen euch interessieren. Im Prozeß verändert sich die Arbeit und Eure persönliche Vision kristallisiert sich heraus.

Eure individuelle Vorstellung vereint sich am Ende in der Gesamtheit, eine dreidimensionale Collage ist entstanden. Unser Arbeitsort könnte während der 3 Tage und Nächte auch ein Treffpunkt sein, wo das große Thema vom GLÜCK auch weiter gedacht werden kann.


Künstler: Sonja Alhäuser

„In der Zeichnung habe ich einen Anfangspunkt und dann sprengt das so hervor und kommt automatisch. Auch wenn ich bei ‚Liebe‘ anfange, kann es sein, dass ich am Ende beim ‚Essen‘ lan de. Das Verweben der einzelnen Erzählstränge in den Zeichnungen läuft, wie wenn man ein Rezept erfindet. Die existenziellen Themen ergeben sich dann einfach von selbst.“

Sonja Alhäuser im Gespräch mit Sven Drühl, „Kunstforum international“, Band 191, 2008

Sonja Alhäuser steckt im Moment in anderen Projekten, daher gibt es an dieser Stelle keine detaillierte Beschreibung von ihr, sondern ein Zitat. In diesem Workshop wird es um Zeichnungen und grafische Elemente gehen. Wir sind sehr froh, dass wir Sonja Alhäuser für das diesjährige Kunstreich gewinnen konnten, ist sie doch eine sehr gefragte Künstlerin. Einen Eindruck von ihrer Kunst bekommt ihr auf ihrer Homepage. Schaut es euch an, es lohnt sich!